Podcast: Als Crew-Mitglied über den Atlantik segeln


Eine Atlantiküberquerung dank Hand gegen Koje. Zu Gast im Interview bei Off the Path mit Sebastian Canaves

Als Crew-Mitglied über den Atlantik segeln

Eine Segelreise ohne eigenes Segelboot?

Gleich nach meiner Atlantiküberquerung war ich zu Gast bei einem meiner liebsten deutschen Reise-Podcasts: Off the Path – präsentiert von Sebastian Canaves.

Im Interview erzähle ich von meiner Zeit auf dem Atlantik und welche Stationen auf meiner Reise dazu geführt haben, dass ich mir diesen Herzenswunsch nach langer Vorbereitung erfüllen konnte. Außerdem sprechen wir über Mut, Zuversicht und über all das was dazu gehört, um einen Traum wahr werden zu lassen.

3 Wochen Atlantiküberquerung und Weltreise auf dem Segelboot

Die ganze Folge gibt es überall, wo es Podcasts gibt. Zum Beispiel gleich hier:

Alle Themen im Podcast auf einem Blick

[17.30] Über die Idee zu einer Weltreise
[24.10] Wie es ist in 19 Tagen den Atlantik zu überqueren
[30.50] Hand gegen Koje – Wie funktioniert das Prinzip?
[37.41] Die Crew und ich – An Bord mit Fremden
[43.49] Slow Travelling und wie wichtig es ist, dass die Crew harmoniert
[48.50] Wie ich mein bisheriges Leben aufgegeben habe und warum
[54.57] Wie wichtig beim Segeln der Wind und die Flexibilität sind
[1:01.35] Wie meine Reise weitergeht

Mehr Infos

Mehr Infos und Podcast-Episoden von Off the Path findet ihr online bei off-the-path.com und überall da, wo es Podcasts gibt.

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Niemand ist gut darin Abschied zu nehmen

Wenn wir Glück haben, erleben wir Abschiede bewusst – dann kann man gemeinsam Abschied nehmen. Ein Essay über das Abschiednehmen, was ich daraus gelernt habe und was mich das Abschiednehmen gelehrt hat.

Wenn man Abschied nimmt, muss man den Abschied an sich heran lassen

Meine Freundin Sophie und ich hatten uns verabredet, um noch ein letztes Mal gemeinsam zu frühstücken, bevor sie am Nachmittag ihre eigene Reise antreten würde. Ich war bereits dabei mein Leben in Kisten zu packen und begann langsam mich zu verabschieden. Ich berichtete Sophie davon, dass ich mich bereits von Menschen, die mir lieb sind, verabschieden musste. Davon, wie ich beobachtete, dass jeder anders mit der Situation umging.

Sophie fragte mich, ob ich denn bereits dabei wäre, mich auch von ihr zu verabschieden. Ich antwortete aufrichtig, dass ich dies noch gar nicht richtig an mich heranlassen könne. Anschließend fragte mich Sophie, ob ich eigentlich wisse was es bedeutet Abschied zu nehmen.

Ich wusste keine Antwort auf Ihre Frage, obwohl ich das Abschiednehmen bereits einige Male bei Freunden und Familie beobachtet hatte – Ich hatte dabei vergessen mich selbst zu beobachten.

Was bedeutet es eigentlich Abschied zu nehmen?

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt also bereits Abschiede genommen ohne zu wissen, was es eigentlich heißt Abschied zu nehmen.

Heute, einige Wochen später, würde ich Abschied wie folgt erklären:

Auf jemanden oder etwas in einem mehr oder weniger gesetzten Rahmen zu verzichten. Das Abschiednehmen setzt in gewisser Weise ein Bewusstsein über den Umstand oder Rahmen voraus – von zumindest einem der Beteiligten.

Muss man heute noch Abschied nehmen?

Ja, das sollten wir. Zum Beispiel, wenn der Rahmen unwiderruflich und unumkehrbar ist. Dennoch denke ich das wir das Abschiednehmen verlernt haben. Uns fehlt schlicht und ergreifend die Übung darin – die Großelterngeneration war vermutlich noch vertrauter mit dem Abschied nehmen, als wir es heute sind.

Wir sind verwöhnt. Fast überall wohin wir gehen sind wir auf Empfang. Eine Verbindung herzustellen erfordert nur ein Tippen und schon ist die Stimme im Ohr oder das geliebte Gesicht auf dem Bildschirm. Man sendet sich Fotos und berichtet stets über das Erlebte. Man bleibt in einer Form der Kommunikation verbunden, die in unser aller Leben geplatzt ist und die man heute kaum noch wegdenken mag. Vielleicht ist auch das der Grund warum ich auf Sophies Frage zuvor keine Antwort wusste.

Wenn Erreichbarkeit auf Reisen wieder keine Selbstverständlichkeit ist

Meine Reise sollte sich anders gestalten. Per Anhalter auf Booten über die Weltmeere segeln bedeutet eben auch: Internet ist wenig verfügbar, Handyempfang ist keine Selbstverständlichkeit. Was bleibt da noch? Im Notfall das Satellitentelefon an Board – zu teuer, um unwichtige Gespräche damit zu führen. Es bleibt das Glück einen Hafen zu finden oder vielleicht ein Café an Land, das WLAN anbietet. Postkarten, Briefe. Ich muss eben damit rechnen mehrere Wochen kein Internet zu haben. Genauso muss ich auch Freunden und Familie erklären, dass ich nicht weiß wie viele Tage oder Wochen ich nicht erreichbar sein werde.

Papa hat schon gefragt, ab wie vielen Tagen ohne Meldung ein Rettungstrupp nachgeschickt werden soll. Als ich begann nicht von Tagen, sondern von Wochen zu sprechen und das ich ihm keine genaue Zeit sagen könnte, war ihm das nicht geheuer.

Wenn ich mich nicht verabschiede dann werde ich auch niemanden vermissen

So versuchte ich also unter dem Deckmantel des Abschieds keinen zu verabschieden. Sagte allen, wir bleiben in Kontakt, wir hören ja viel voneinander und wir werden uns wiedersehen und alles bleibt, wie es immer war.

Ich wusste bis zu diesem Tag mit Sophie nicht wie man Abschied nimmt; ich konnte nur weitergehen ohne zurückzublicken. Fest davon überzeugt, dass es kein Abschied ist. Sicher, dass ich jeden auf meine Reise mitnehme und dass ich eines Tages wiederkomme und alles wiederfinde, wonach ich mich in der Zwischenzeit gesehnt habe. Wenn ich mich einfach nur weigerte Abschied zu nehmen, dann würde ich auch niemanden vermissen.

Der Versuch keinen Abschied zuzulassen hat sich für mich als nicht praktikabel herausgestellt. Mein letzter Arbeitstag sollte am Abend zu einer kleinen Feier mit meinen lieben Kollegen werden. Ein jeder trat an mich heran und wollte Abschied nehmen. Mit Umarmungen und einer Flut an ergreifenden Worten und Wünschen. Ich habe so viel Wertschätzung und Liebe erfahren, dass mich die schiere Aneinanderreihung von Menschen, die sich von mir verabschieden wollten, schlicht und ergreifend überforderte.

Das war wohl die letzte Abschiedsparty die ich mir in meinem Leben gewünscht habe.

Abschied nehmen bedarf Nähe zu sich selbst

Von diesem Tag an wollte ich mir Zeit nehmen für jeden einzelnen. Für meine bevorstehenden Abschiede bedeutete dies also viele Verabredungen. Ich steckte bei jedem den Rahmen ab, für den es sich zu verabschieden galt, so gut ich es eben konnte: Eingeschränkte Erreichbarkeit auf unbestimmte Zeit, während ich mit Fremden auf deren Booten um die Welt segle.

Der Rahmen ist aber nur ein kleiner Teil des Abschiednehmens. Um sich zu verabschieden, muss man sein Herz öffnen und den Moment zulassen. Auch etwas, das so viele von uns verlernt haben – mich eingeschlossen.

Die Zeit wird nicht still stehen, die stete Veränderung ist unausweichlich, gar etwas was ich jedem wünsche. Manche Menschen begleiten einen nur einen Stück des Weges und bereichern einen doch das Leben lang. Beim Abschied geht es darum sein Herz zu öffnen.

Abschied zu nehmen heißt auch jemandem einen Abschied zu geben

„Abschied nehmen bedeutet für mich: einen kleinen Teil der Person mit mir auf meine Reise zu nehmen, aber dennoch den größten Teil der Person loszulassen“, sagte Sophie.

Menschen haben einander gefunden, um einander loszulassen, wenn es an der Zeit ist. Loslassen: das bedeutet in Freiheit und in Eigenverantwortung zu entlassen und Liebe mit auf den Weg zu geben.

Zum Abschied flocht ich Sophie das Haar. Einen Zopf, so stellte ich mir vor, wie er auch von den Wikingern getragen wurde, wenn sie sich auf den Weg machten, neue Welten zu erkunden.

Abschied beginnt in einem Moment, ist aber dennoch nicht vorbei, wenn auch der Moment vorbei ist. Vielmehr trägt man den Abschied mit sich und lässt langsam los, Stück für Stück. Manchmal ohne wirklich jemals loszulassen.

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Ich träume vom Atlantik

Über das Vorhaben auf dem blauen Ozean zu segeln

Vor etwas über einem Jahr habe ich diesen Satz niedergeschrieben: “Ich träume vom Atlantik.” Anfang diesen Jahres wurde ein Boot gechartert und ich heuerte spontan an, um noch den Resturlaub aus dem alten Jahr sinnvoll zu gestalten. Dabei wollte ich nach dem letzten Törn eigentlich nie wieder ein Boot besteigen.

Warum ich nach meinem ersten Segeltörn nie wieder an Bord gehen wollte

Mein erster Segeltörn auf dem Meer war im Juni 2018. Ich hatte keine Lust mehr alleine zu Reisen und wollte das Erlebte teilen. Durch einen Zufall kam ich in Kontakt mit der Soul Sailing Crew. Der Gründer Uwe lud mich ein, mal bei einem Törn mitzumachen. Sail & Yoga war das Motto und ich war sofort vom Konzept begeistert. Leute in meinem Alter an Board, plus Yogalehrerin und ein Segellehrer. Der Törn sollte von Olbia, Sardinien starten und entlang der Costa Smeralda in den Norden zum Nationalpark La-Maddalena-Archipel gehen. Zur “Karibik des Mittelmeeres”. Das Wasser war smaragdgrün, sie Sonnenuntergänge violett und die Stimmung an Bord sehr harmonisch. Jeden Morgen und jeden Abend wurde an Land Yoga angeboten oder meditiert. Tagsüber segelten wir von einer atemberaubenden Bucht zur nächsten.

Ich fand eine unbeschreibliche Leichtigkeit und Ausgeglichenheit in mir. Mein Geist fühlte sich auf einmal frei an. Meine erste Segelreise war so erfüllend, das sich mein Inneres wehrte noch einmal einen Törn zu machen. 

Meine Befürchtung: So schön wie es war, kann es nie wieder werden. 

Die erste Segeltour auf dem Atlantik

So formulierte ich es noch auch immer noch acht Monate später, als Martin mich anrief. Sein Plan: Die Umrundung von Lanzarote, der viertgrößten Insel der Kanarischen Inseln im östlichen Zentralatlantik. Martin berichtete von seinen Erlebnissen und Erfahrungen vom Segeln auf den Kanarischen Inseln. Er erzählte von Wellen die so hoch und lang waren, dass das Land am Horizont verschwand und sich das Boot zwischen den Wellen wie in einem Fahrstuhl auf und ab bewegte. Er erzählte von Walen, Schildkröten und Delfinen. So erinnerte ich mich wieder an diesen Satz den ich 2018 niederschrieb: “Ich träume vom Atlantik”. 

Als dann die Wellen direkt hinter den Hafenmauern auftürmten und der Rumpf der Segelyacht krachend durch diese brach, saß ich Deck, Schwimmweste angelegt und eingeklickt in die Sicherung, und lachte so breit, dass ich davon am nächsten Tag Muskelkater in den Wangen bekommen sollte. Es war sogar noch schöner.

Das breite Grinsen und die Euphorie wuschen sich in den darauffolgenden Tagen etwas ab, und Gefühle der Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Selbstgenügsamkeit nahmen in meinem Kopf Raum ein. Ich hatte in mir etwas Gefunden, was ich festhalten wollte – Meine persönliches Glücksmoment. Die Freiheit am Wind.

Die Suche nach Leichtigkeit und Freiheit

Es wollte mir nicht gelingen, diese Gefühle festzuhalten, die ich gerade erst eingefangen hatte. Kann man das Gefühl von Freiheit bewahren, wenn man zurück in die eigenen Käfige geht? 

So begann ich danach zu suchen. Bald darauf, knapp vier Wochen später, nahm ich an einem Skipper-Training in Griechenland teil und ich beobachtete erneut, wie ich wieder leicht wurde, als das Boot den Hafen verließ. Im Vergleich zu den kraftvollen Wellen des Atlantiks zeigte sich der Saronische Golf geschmeidig und stet. Und mein Kopf fand wieder diese Leichtigkeit und Freiheit. 

Es fügte sich zusammen, was sich fügen musste. Ich überschlug nichts. Einige Wochen vergingen und schließlich kündigte ich meinen Job. Ich wusste noch nicht was danach kommen sollte – Ein großer Teil in mir hatte Angst vor dieser Ungewissheit der andere Teil sah der Zukunft mit Zuversicht entgegen. Schon bald überschlug sich in meinem Kopf eine unendliche Anzahl der Möglichkeiten, die sich mir offenbaren könnten. Die schiere Endlosigkeit von Optionen und Erlebnissen, die sich dahinter verbargen nahmen meine Gedankenwelt ein. Jedoch fand keine Idee zu einem guten Bauchgefühl. Doch ein Facebook-Post sollte das bald ändern.

Anheuern an Bord der Maia

Sailing Maia, dahinter verbargen sich Peer und Claudia und ihr acht Monate alter Sohn Leo. Sie schreiben in ihrer Anzeige, dass sie ihr Boot noch vor den Herbststürmen durch die Biskaya überführen wollen und dafür Mitsegler suchen. Das Timing passte genau: Anfang August soll die Maia den Heimathafen in Flensburg verlassen und nach Almeria, Andalusien gebracht werden. Ein Meilentörn, durch Ostsee, Nord-Ostsee-Kanal, Nordsee, Ärmelkanal, quer durch die Biskaya und schließlich durch die Straße von Gibraltar. Zusammengerechnet eine Strecke von rund 1800 Seemeilen, das entspricht 3333 Kilometer. Da war er wieder in greifbarer Nähe: Der Atlantik.

Diesmal stimmte das Bauchgefühl, doch es fehlte der Funke Mut, um mich als Crew auf der Maia zu bewerben. Ich ließ einige Tage verstreichen, doch die Anzeige wollte mir nicht aus dem Kopf gehen und ich begann vorsichtig Freunden davon zu erzählen. 

Schließlich nahm ich dann doch mein Handy zur Hand und wollte es versuchen. So schrieb ich eine E-Mail und hängte ein kleines Video daran, in dem ich persönlich Hallo sagen und mich vorstellen wollte. Das Herz schlug mir bis zum Hals und die Kamera wackelte weil meine Hand in der ich das Telefon hielt nicht aufhören wollte zu zittern. 

Die Antwort folgte gleich einen Tag später, ich war auf der Favoritenliste. Ein Videochat in versammelter Runde mit der Wunsch-Crew von Peer und Claudia folgte ein paar Tage darauf. Wir stellten uns einander vor, der Plan wurde besprochen, Erwartungen und Wünsche wurden ausgetauscht und schließlich die Bitte um eine verbindliche Zusage. 

“Ja, ich bin auf jeden Fall dabei!“

Reisevorbereitungen für unbestimmte Zeit

Seither sind die Wochen wie im Fluge vergangen. Die Reisevorbereitungen fühlen sich an, als hätte ich auf einmal einen zweiten Job angenommen. Ein schier endlose To-Do Liste, die auf der sich immer neue Dinge wie von selbst ergänzen: Impfungen, Versicherungen, Behördengänge, Reisebank, Steuererklärung, Untermieter finden, Kamerazubehör kaufen, Reiseapotheke, und viele, viele kleine Dinge obendrauf. 

Die Vorbereitungen gelten einer Reise die potenziell länger sein wird, als die Tour über die Biskaya. Die Idee ist es als Crew auf neuen Booten anzuheuern und so alle Möglichkeiten zu ergreifen, die sich entlang des Weges ergeben. 

Auf zu neuen Ufern

Inzwischen hatte ich den letzten Arbeitstag in meinem ersten Job und fange langsam an Abschied zu nehmen. 

Es ist schwer über Ziele zu sprechen, wenn man sich als Crew-Mitglied auf die Reiseroute der Boote begeben möchte. Ich weiß aber das mein Traum in greifbarer Nähe ist. Ich will mehr erleben vom Atlantik, dem Ort an dem ich mein persönliches Glücksmoment gefunden habe. Meine Freiheit am Wind.

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Über die Angst etwas Neues zu beginnen

Wie wäre es, wenn man diesen Blog mit einem Beitrag beginnt, der (in erster Linie mir) erklärt, warum es um alles in der Welt so schwer ist, etwas Neues zu beginnen? Nun, bevor ich anfange: Das ist collectingfreckles.de, ein frisch gegründeter Blog – und dies ist eine Reise. Das ist meine Reise und vielleicht – vielleicht wird sie zu etwas werden, das einen Mehrwert schafft während du deine Zeit im Internet verbringst.

Die Idee die hinter Collecting Freckles steht zusammengefasst

Dieser Blog ist nicht der Anfang von allem, sondern ein Gedanke, den ich seit einigen Jahren in meinem Hinterkopf trage. Ein Gedanke, der sich zu etwas Erreichbarem entwickelt. Dieser Blog ist ein Medium, das Teile davon zeigen wird. Eine Reise – die beginnt, bevor die eigentliche Reise beginnt.

Viele Menschen gehen auf eine Weltreise und teilen erstaunliche Bilder, beginnen zu bloggen und zu vloggen, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben und ihre Erfahrungen und Abenteuer zu teilen, die sie in der großen Welt hatten. Südostasien scheint gerade angesagt zu sein, wie ich das mitbekommen habe. Wie auch immer. Ich habe den gleichen Plan – die Welt zu bereisen. Um mir ein Abenteuer zu gönnen. Ich bin neugierig und getrieben zu sehen und zu erleben, was hinter dem Horizont liegt. Hui, Ich klinge sogar schon wie ein echter Reisender!

Du hast vielleicht etwas Ironie gespürt und ich habe noch nichts auf den Punkt gebracht. Lass es mich noch einmal versuchen. Wer hätte gedacht, dass Bloggen so hart ist!

Ich habe vor, die Welt zu bereisen. In diesem Blog geht es um alles, was ich unterwegs lernen werde. Ich fange an, bevor ich überhaupt eine Straße betreten habe. Denn, seien wir ehrlich, ich werde eine ganze Weile herum sitzen und Dokumentationen ansehen, Bücher und Blogs lesen, Vlogs und Artikel in verschiedenen Zeitschriften konsumieren. Ich schreibe unterwegs in meinem digitalen Notizbuch. Und warum nicht gleich anfangen, es zu teilen?

Planung ist eine Sache, aber tatsächlich Aufzubrechen ist ein ganz neues Level

Warum es mir Angst macht, etwas Neues zu beginnen

Man hat die Idee. Nichts Außergewöhnliches, nichts Ausgefallenes. Nicht einmal sicher, ob es jemanden gibt, der sich dafür interessieren wird. Aber warum ist es dann so, dass ich über diesen ersten Beitrag in meinem Blog so angespannt bin. Warum ist es so, dass das Träumen von etwas und das Planen eine Sache ist, aber wenn es ernst wird – so ernst wie das Einrichten eines ersten echten Blog-Posts auf meiner eigenen Website – beunruigt mich das, vielleicht macht es mir sogar Angst? Nun, ich vermute, ich bin vielleicht doch ein Angsthase – der versucht über seinen Schatten zu springen.

Bloggen bedeutet, mich selbst da draußen zu zeigen – und das gibt mir Gänsehaut

Ich habe mich selbst dahin befördert. Ich beginne nun nach Jahren des stillen Träumens, Gedanken zu veröffentlichen die in meinem Kopf schweben – Natürlich will ich nicht belächelt werden. Ich will gegenüber niemandem die Verpflichtung haben, sich oder meine Entscheidungen zu rechtfertigen – gegenüber niemandem außer mir selbst. Diesen ersten Beitrag zu schreiben und den Veröffentlichen-Button zu drücken, ist nichts, was nicht rückgängig gemacht werden kann. Aber bei der Erstellung eines Kanals geht es auch um Offenbarung und sich verletzbar machen. Gegenüber einer Person, die ich vielleicht kenne, oder (und ich weiß nicht, ob das besser oder schlechter ist) für jemanden gegenüber, den ich nicht kenne. Ein Jemand, den ich wahrscheinlich nie treffen werde. Jemanden wie dich, der diesen Beitrag liest. Diese Gedankengänge verunsichern mich und sind weit außerhalb meiner Komfortzone.

Wenn ich darüber nachdenke – und es durch das Aufschreiben Realität werden lasse – ist es (wieder) nichts Außergewöhnliches, nichts Ausgefallenes, um mich selbst da draußen zu zeigen. Nichts, was ich nicht sogar schon fast jeden Tag tue. Das Publikum ist hier wahrscheinlich ein anderes. Es ist vielleicht nicht so zielgerichtet wie im täglichen Leben. Es ist also doch etwas surreales.

Also: Hallo! Schön, dich kennenzulernen. Willkommen auf dieser Website. Teile deine Gedanken mit mir, schreib mir deine Meinung. Ich weiß es zu schätzen und danke Dir schon jetzt im Voraus dafür! Lass es uns einfach versuchen, es hier einen schönen Rahmen zu schaffen. Das würde mir sehr gefallen.

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